1979 Waldorfkindergarten Mainz
Entwurf und Ausführung

Mehrere Lasurschichten,
Dispersionsvolltonfarben und Dispersionsbinder

Im Frühsommer 1979 bat mich der Waldorfkindergartenverein Mainz um Entwufsüberlegungen für den neu zu beziehenden Kindergarten. Das vorhandene städtische Gebäude empfand man für die Waldorfpädagogik als zu kastenähnlich und hart.

Meine Vorschläge waren alle ganz gut, führten aber nicht zur einhelligen Zustimmung im gesamten pädagogischen Kollegium.
Man beauftragte mich deshalb die Gestaltung einfach selbst zu entscheiden, damit man nach den Sommerferien einziehen könne. Als Gestalter ist man ständig optisch wach. So sah ich einem Aquarell Rudolf Steiners einen Ansatz für die großen Wandflächen des Kindergarten. Gleichzeitig hatte ich in diesen Tagen erstmals Kontakt zu Friedrich Ernst von Garnier, dem Farbengestalter in Deutschland. Seine Arbeiten begeisterten mich total. Beide Eindrücke führten zu einem Entwurf, den ich ohne zu zögern und voller Überzeugung ausführte. Ein Dozent meines gerade absolvierten Innenarchitekturstudiums interessierte sich für die entstandene Fassade. Von ihm und seinem Büropartner stammen die abgebildeten Farbfotografien.Nach der Sommerpause kamen die Pädagogen zurück und waren über die Gestaltung so entsetzt, daß man nur das Material erstattete. Die Fassadenbemalung blieb aber ca. 20 Jahre bestehen.