Der bereits an anderer Stelle erwähnte Büroeinrichter beauftragte uns, eine neu einzurichtende Büroetage zu planen. EDV-Arbeitsplätze waren 1988 noch nicht selbstverständlich. Man wollte die damals noch raren Mitarbeiter mit einem angenehmen Arbeitsplatz überzeugen. An diesem Entwurf sieht man, was meinen Architektenpartner und mich als Planungsgemeinschaft motivierte: Der Grundgedanke basiert auf meinen Erfahrungen im renommierten Farbstudio von Garnier. So gut die Arbeiten auch sind, so entstand in mir doch der Wunsch nach Gebautem, in dem eine Farbigkeit nicht erst zur ästhetischen Rettung und als Dekoration im Nachhinein aufgemalt wird, sondern, dass Gebäude oder Räume entstehen, die von Anfang an auch farbig bedacht sind. Wenn dann etwas Einfarbiges entsteht, ist es nicht die vergessene Farbe, sondern die richtige Einfarbigkeit. In der Büroetage hatten wir Freude daran, die Großraumbüroatmosphäre durch eine maschinenhafte strenge Anordnung noch zu steigern - um so den mittleren Pausenbereich mit den farbig bemalten Wänden besonders gut zur Geltung zu bringen. Wie in meinem ersten Projekt, dem Waldorfkindergarten in Mainz, fügt die gemalte Farbe der harten, logischen Architektur einen Ausgleich bei. Hier nimmt aber die Form auf die beabsichtigte Farbgebung Rücksicht und arrangiert sich von Anfang an mit ihr. Die Farbgebung erscheint nicht als sinnlose Dekoration. Natürlich schade, dass es von diesem Projekt keine guten Fotos gibt.